Ray Anderson: Old Bottles – New Wine

Veröffentlicht: 10. Januar 2012 in CD der Woche

Vor einigen Tagen habe ich mich entschieden, jede Woche eine CD vorzustellen, die aus meiner Sicht etwas besonderes ist, oder mit der mich eine besondere Geschichte verbindet. Starten möchte ich heute mit Old Bottles – New Wine von Ray Anderson. Hier erstmal ein paar Fakten über die CD:
Besetzung: Ray Anderson – Posaune / Gesang; Kenny Barron – Klavier; Cecil McBee – Bass; Dannie Richmond – Schlagzeug
Titelliste: 1. Love Me Or Leave Me; 2. Bohemia After Dark; 3. Oh Rosita; 4. Ow!; 5. In A Mellotone; 6. Laird Baird; 7. Wine
Diese CD wurde am 14. und 15. Juni 1985 in New York aufgenommen.

Leider ist dies keine CD, die mir durch Zufall oder eine spannende Geschichte in die Hände gefallen ist, sondern ich hatte sie ganz unspektakulär im Internet bestellt. Immerhin ist sie ein Klassiker, der in einigen Jazzposaunen-Schulen empfohlen wird, und wer Ray Anderson schon einmal gehört hat, weiß, dass ihn hier höchste Virtuosität erwarten wird. Jedem, der diese CD besitzt, möchte ich jetzt vorschlagen, diese wieder einmal anzuhören, allen anderen möchte ich an dieser Stelle mal ein Hörbeispiel anbieten, nämlich den Opener der CD.

Wer die Posaune nur als schwerfälliges Instrument kennt, wird hier sein blaues Wunder erleben. Wer glaubt, aufgrund der altbekannten Titel auf der CD keine Überraschungen zu erleben liegt vollends falsch. Ray bewegt seine Posaune in halzbrecherichen Tempi durch Uptempo-Stücke wie Ow! ohne an musikalischer Qualität zu verlieren.
Aus meiner Sicht hat diese CD keine schwachen Stücke, es handelt sich bei der Aufnahme einfach um das Werk eines spitzenmäßigen Jazzquartetts mit musikalisch gut eingesetzter Posaunenakrobatik ohne irgendwelche Grenzen in Tempo und Tonumfang.
Abschließend möchte ich aber auch nochmal das letzte Stück „Wine“ nennen, was mich immer wieder, wenn ich es höre staunen lässt. Hier beweist Ray Anderson, dass er ebenfalls ein sehr guter Sänger ist. Gerade sein mehrstimmiger Scat-Gesang fasziniert mich hier besonders. Empfehlen würde ich den Genuss dieser CD mit einem Glas trockenem Rotwein, denn wie Ray selbst im letzten Stück singt: „Wine makes you fell just like you love everybody and everybody is okay“. Ich wünsche an dieser Stelle viel Spaß beim Hören und wer gerne mitteilen möchte, welches Getränk sie/er am liebsten zum Jazz trinkt, kann hier darüber abstimmen.

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